Google-Fonts auf TYPO3-Seiten einbinden (DSGVO-konform)

Google stellt im Netz knapp 900 Schriften kostenlos und zur Einbindung auf beliebigen Seiten zur Verfügung. Die jeweils benötigten Fonts kann die Webseite direkt von Google-Servern beziehen.

Das geht so einfach, dass unzählige Seiten im Netz diese Möglichkeiten nutzen. Grafiker sind hoch erfreut, weil es ihnen gestattet, mit wenig Aufwand Seiten auch typographisch ansprechend zu gestalten.

Wo ist das Problem?

Ruft ein Nutzer die Webseite auf, so wird IMMER eine Verbindung zum Google-Schriften-Server hergestellt. Der Server prüft, ob Schriften oder CSS eventuell geändert wurden. Dabei wird die IP des Nutzers übermittelt sowie andere Daten, die der Browser zur Verfügung stellt (Je nach Einstellung z.B. Standort, Browserversion, besuchte Seiten, Betriebssystem u.a.).

Was Google mit den Daten macht, ist nicht bekannt; wer außerdem darauf zurückgreifen kann, ebenfalls nicht. Auf jeden Fall werden diese Daten auf Server außerhalb der EU weiter geleitet und befinden sich damit außerhalb des Gültigkeitsbereiches der DSGVO.

Weil Google-Fonts auf unzähligen Seiten eingesetzt werden, ist es prinzipiell möglich, mit den erhaltenen Daten das Verhalten der Nutzer zu tracken.

Ist die Einbindung nicht mehr zulässig?

Das ist im Moment noch nicht eindeutig zu beurteilen. Es fehlen noch die Gerichts-Urteile.

Nutzer von Google-Fonts könnten folgendermaßen argumentieren:

  • Die Einbindung ist einfach

  • Ich habe ein berechtigtes Interesse (schöne Gestaltung der Website mit wenig Aufwand)

  • Das schutzwürdige Interesse des Nutzers ist gering

In dem Fall müssten sie allerdings ihren Nutzern in der Datenschutzerklärung darlegen, welche Daten Google nutzt – und das in einfacher Sprache.

Gibt es schon Abmahnungen?

Ja. Die ersten Abmahnungen wegen der Benutzung von Google-Fonts gibt es bereits. Es ist allerdings noch unklar, ob die Abmahnung Erfolg hat oder überhaupt zulässig ist; Gerichtsurteile fehlen noch.

Wie binde ich Google-Fonts rechtssicher ein?

Will man kein Risiko eingehen, bietet es sich an, die Google-Fonts auf den eigenen Server herunterzuladen. Nach Angaben von Google ist dieses Vorgehen zulässig. Auf TYPO3-Seiten ist der Aufwand gering, die Fonts dann vom eigenen Server aus auszuliefern. Die Vorteile:

  • Keine Erwähnung in der Datenschutzerklärung nötig.
  • Keine Abhängigkeit von Google-Diensten

Der Aufwand ist so gering, dass wir die Einbindung auf diesem Weg für alle unsere TYPO3-Kunden empfehlen.

Nötige Schritte, um auf TYPO3-Seiten Fonts lokal einzubinden

  • Herunterladen des Fonts von Google
  • Überprüfen der Lizenz
  • Umwandlen in Webfont
  • Einbinden auf der Seite

Hinweis

Wir sind Techniker und TYPO3-Profis, aber keine Juristen. Die Artikel sind nach bestem Wissen recherchiert, können aber keine juristische Beratung ersetzen.